HBO - ÜBERDRUCKKAMMER
Hyperbare Sauerstofftherapie

Was is das? Es handelt sich hierbei um ein Verfahren, bei dem Patienten, unter höherem Umgebungsdruck als dem normalen Luftdruck auf Meereshöhe, in einer therapeutischen Druckkammer, reinen Sauerstoff atmen, je nach Krankheitsbild, mit Überdruck. Auch in Deutschland und den Niederlanden ist die Überdruckkammer eine medizinisch anerkannte Therapiemöglichkeit. In manchen Fällen kann HBO (Überdruck) lebensrettend sein.
Wie wirkt die HBO?
Die Sauerstoff-Überdrucktherapie ist ein Verfahren, bei dem Patienten unter höherem Umgebungsdruck als dem normalen Luftdruck auf Meereshöhe, reinen Sauerstoff einatmen. Bei dem entscheidenden Überdruck steigt aufgrund physikalischer Gesetzmäßigkeiten der Anteil von Sauerstoff, der im Blut gelöst ist, sehr stark an. Dadurch werden schlecht durchblutete Bezirke wieder optimal mit Sauerstoff versorgt.

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.: Therapieeffekte
.: Anwendungsgebiete
.: Kontraindikationen
.: Relative Kontraindikationen


Therapieeffekte
  • Eine Verbesserung der Sauerstoffversorgung während der Therapie kann die Zellen aktivieren und den Wundverschluss bechleunigen.
  • Das Neuwachstum von kleinen Gefühlen, Bildung neuer Stützsubstanz im Gewebe (Kollagen) und Produktion neuer Gewebezellen, wird beschleunigt.
  • Bakterienabtötungseffekt direkt auf die Krankheitserreger oder indirekt durch erhebliche Steigerung der Tätigkeit von Zellen der Immunabwehr, welche die Erreger dann leicht unschädlich machen.
  • Entgiftungswirkung bei Toxinen von Erregern.
  • Schwellungszustände im Gewebe (Ödeme) können vermindert werden.
  • eine Entgiftungswirkung von Gasen wie Cyanid und Kohlenmonoxid.
  • eine hochgradig beschleunigte Entfernung von Luftblasen aus Blut und Geweben


  • Ablauf einer hyperbaren Sauerstofftherapie
    Jede HBO- Therapie gliedert sich in 3 Phasen. Zunächst wird langsam- bei den üblichen Therapieschemata über 10 Minuten- der Umgebungsdruck erhöht. In dieser Phase bemerkt der Patient ein Druckgefühl.

    Die Kammerlänge beträgt ca. 6 bis 7 Meter bei einer Stehhöhe von mehr als 2 Metern. Über eine spezielle Vorkammer kann sich jederzeit Hilfspersonal innerhalb von 30 Sekunden einschleusen. Auch das Verlassen der Kammer mit einzelnen Patienten ist darüber jederzeit möglich. Über ein Videoüberwachungssystem und eine Gegensprechanlage kann zu jedem Zeitpunkt der Behandlung Kontakt zwischen Druckkammerpersonal und Patienten aufrecht erhalten werden. Hinsichtlich der medizinischen Überwachung sollte an mehreren Plätzen eine Kontrolle des Sauerstoffgehaltes im Blut durch auf die Haut aufgeklebte Sonden möglich sein. Auch die Ausstattung für die Überwachung des EKGs und Blutdrucks gehört zum Standard. Druckkammern für die Behandlung von Notfallpatienten können wie eine Intensivstation mit einer Vielzahl weiterer Überwachungsmöglichkeiten ausgestattet werden. Brandschutz spielt sowohl bei der Konstruktion als auch im täglichen Betrieb von Druckkammern eine große Rolle. Alle Kammern werden hinsichtlich der gültigen Verordnungen diesbezüglich überprüft. Die Patienten werden angehalten, keine feuergefährlichen Gegenstände in die Druckkammer mitzunehmen.

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    Anwendungsgebiete

    1. Notfallindikationen: Erkrankungen, bei denen die HBO die wesentliche therapeutische und oft lebensrettende Maßnahme darstellt:
  • Dekompressionskrankheit (Taucherkrankheit)
  • Luft- Gasembolie
  • Kohlenmonoxid- und Rauchgasvergiftung
  • Gasbrand (Clostridiale Myonekrose)
  • Weichteilinfektionen (durch Anaerobier oder gemischt mit anderen Keimen)
  • Schweren Brandwunden in Verbindung mit Kohlenmonoxid-Intoxikation


  • 2. Indikationen, bei denen die HBO als adjuvante (unterstützende) Maßnahme anerkannt ist:
  • Innenohrerkrankungen, z.B. Hörsturz, Knalltrauma...mit oder ohne Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Verbrennungen
  • Problemwunden und Geschwüre (bei Diabetes, Durchblutungsstörungen, Venenerkrankungen)
  • Gefährdete Transplantate oder Implantate
  • Extremitätenverletzung (Crushing / Kompartmentsyndrom)
  • Knochen- und Weichteilnekrosen als Bestrahlungsfolgen (Osteoradionekrose)
  • Zustand nach Tumorbestrahlung mit Strahlenschäden
  • Knochenmarksentzündungen (Osteomyelitis) oder chronischen Knocheninfektionen
  • gestörte Knochenbruchheilung
  • Arterielle Verschlusskrankheit
  • Intracranielle Abszesse
  • Zahnwurzelinfektion/ Zahnextraktion im bestrahlten Gebiet
  • Hämorrhagische Strahlenzystitis


  • 3. HBO, außerhalb Deutschlands erfolgreich, bei:
  • Schlaganfall, Hirnischämie
  • Multipler Sklerose
  • Erfrierungen
  • Sportverletzungen, schnellere Regeneration
  • Anämie
  • Migräne/ Cluster- Kopfschmerz
  • Rückenmarksverletzungen
  • Idiopathische Hüftkopfnekrose
  • Strahlenproktitis (Mastdarmentzündung); durch Strahlen bedingte Myelopathie
  • Besondere Formen der Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn (schwere Darmentzündung)
  • Bestimmte Gefäßerkrankungen der Augen
  • Pyoderma gangraenosum (Dermatitis ulcerosa)


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    4. Kontraindikationen:
  • wenn Sie eine Operation am Brustkorb durchgemacht haben
  • bei unbehandeltem Pneumothorax
  • wenn Sie vor weniger als 6 Monaten einen Herzinfarkt hatten
  • wenn Sie einen Herzschrittmacher tragen
  • wenn Sie schwanger sind
  • wenn Sie an epileptischen Krampfanfällen leiden
  • bei Gabe bestimmter Chemotherapeutika (Cisplatine u. Adriamycine, da sie in Kombination mit HBO zu Lungenschäden führen können)


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    5. Relative Kontraindikationen:
  • Vorausgegangene Thoraxchirurgie
  • Infektionen der oberen Luftwege
  • schlimme Emphyseme (COPD Patienten)
  • nach größeren Mittelohroperationen


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